Was entsteht eigentlich im Rumfass? – Wissenswertes zu Rum
Eine doppeldeutige Frage, die wir gern zu allererst beantworten wollen. „Das Rumfass“ liefert ihnen in Informationen über Rum, Rumfässer und Rumsorten. Hier wird also schrittweise eine kleine Rumkunde entstehen, die auch vor den aktuellsten Nachrichten und Produkten aus den Häusern Bacardi, Appleton & Co. nicht stopp machen wird.
Der erstmal geht es natürlich um die Rumgrundlagen:
Was ist Rum?
Rum ist eine relativ hochprozentige Spirituose, die durch die Gärung und Destillation von Zuckerrohr-Melasse gewonnen wird. Meist werden weiße Rumsorten von in Holzfässern gereiften, braunen Rums unterschieden.
Woher stammt der Rum?
Das Zuckerrohr – wichtigster Bestandteil für die Rumproduktion – wurden von den europäischen Siedlern in die Karibik und nach Mittel- und Südamerika gebracht. Ursprünglich stammt es aus Asien. Heute sind vor allem der Jamaika-Rum (z.B. Appleton), aber auch Rum aus Kuba (z.B. Havana Club) und aus Venezuela (z.B. Pampero) bekannt.
Seit wann wird Rum hergestellt?
Anfang des 17. Jahrhunderts experimentierten Siedler erstmals mit der Destillation von Zuckerrohr-Melasse. Einer der Begründer der heutigen Rumherstellung war Don Facundo Bacardi, der seit 1750 weißen Rum produzierte. Heute sind die Rumsorten von Bacardi weltberühmt. Über die Bacardis gibt es natürlich auch ein Buch: Die Bacardis: Der Kuba-Clan zwischen Rum und Revolution
Begeisterter Abnehmer des Rums war die British Royal Navy. Lange Zeit wurde auf den britischen Marineschiffen eine Tagesration an Rum ausgeschenkt. Auf diese Tradition ist zum Beispiel der „Pusser’s British Navy Rum“ zurückzuführen.
Wie läuft die Rumproduktion genau ab?
Heutzutage wird für die Herstellung von Rum meist eine Zuckerrohr-Melasse (gehäckseltes Zuckerrohr, Zuckerrohrsaft, Wasser) verwendet, die circa eine Woche gären muss. Anschließend erfolgt die Destillation mithilfe des Kolonnenverfahrens (kontinuierliche Destillation).
Um weißen Rum zu erhalten, wird dem Destillat nur noch Wasser hinzugefügt. Durch die Lagerung in Holzfässern entstehen hingegen die braunen Rumsorten. Je länger der Rum lagert, umso weniger Fuselstoffe enthält er und umso dunkler wird seine Farbe. Im Handel sind fast ausschließlich Blends – Mischungen aus verschiedenen Rumsorten – zu haben.
Natürlich können wir in diesem Beitrag nur einen kleinen Überblick zu Rum geben. Aber ein Thema soll trotzdem nicht vernachlässigt werden: Rumfässer.
Rum wird meist in Holzfässern – nur selten in Stahltanks – gelagert, denn so wird seine Qualität zusätzlich verbessert. Die Fässer werden ausschließlich aus Laubbäumen, meist aus Eichenholz (z.B. aus amerikanischer Weißeiche, europäischer Stileiche oder französischer Limousine-Eiche), hergestellt. Das Rumfass wird zunächst von innen ausgebrannt, denn eine kohlehaltige Umgebung garantiert Feinheit. Außerdem wird großer Wert auf eine luftige Lagerung der Rumfässer gelegt. Erst der Sauerstoff transportiert die Geschmackstoffe des Holzes in den Rum und verhilft ihm zu seiner Fülle und Weichheit. Beliebt ist außerdem die Verwendung von Whiskey-Fässern, zum Beispiel bei den älteren Sorten des Ron Varadero.